Philosophie- und Religionskundeunterricht statt Religionsunterricht

▶︎ Ausgangspunkt:

Wir von den Säkularen Humanisten sind der Auffassung, dass ein gutes, gemein­sa­mes und auch fried­li­ches Zusammenleben in unse­rem zuneh­mend plu­ra­lis­ti­scher wer­den­den Land in Zukunft nur gelin­gen kann, wenn ein gemein­sa­mer Wertekanon akzep­tiert wird. Dieser Wertekanon kann nur der­je­ni­ge sein, auf dem die frei­heit­lich-demo­kra­ti­sche Grundordnung beruht. Zu des­sen Vermittlung benö­ti­gen wir ein neu­es Werte-Unterrichtsfach, das von allen Schülern besucht wird: Im Jahre 2030 wird hier­zu­lan­de wahr­schein­lich ein Drittel der unter 30-Jährigen einen Migrationshintergrund haben. Unter sol­chen Bedingungen kön­nen wir es uns nicht leis­ten, die Schüler mit einem getrenn­ten Religionsunterricht abzu­spei­sen, der von Kirchen oder reli­giö­sen Gruppen in ihrem Sinne domi­niert und kon­trol­liert wird.

▶︎ Standpunkt:

▼ Das Fach „Philosophie und Religionskunde“ soll­te die welt­an­schau­li­che Bildung ver­mit­teln, die Schülern ein selbst­stän­di­ges Urteil über reli­gio­öse und nicht-reli­giö­se Weltanschauungen ermög­licht. Schüler soll­ten alters­ge­recht über ver­schie­de­ne Religionen, qua­si­re­li­giö­se Ideologien und phi­lo­so­phi­sche Systeme auf­ge­klärt wer­den. Der Vergleich von Religionen und säku­la­ren Weltanschauungen muss geför­dert wer­den. Schüler soll­ten ler­nen, die­se nach dem Prinzip der kri­ti­schen Prüfung zu bewer­ten und in die Lage ver­setzt wer­den, sich ihre Weltanschauung selbst aus­zu­su­chen. Letztlich kann nichts die Toleranz und damit das fried­li­che Zusammenleben so sehr för­dern, wie die Demonstration der Verwundbarkeit jed­we­den reli­giö­sen und kul­tu­rel­len Überlegenheitsdünkels gegen­über kri­ti­schem Hinterfragen.

▼ Wir ver­tre­ten also den Standpunkt, dass der gegen­wär­ti­ge, vom Grundgesetz sicher­ge­stell­te Status des kon­fes­si­ons­ge­bun­de­nen Religionsunterrichts als ordent­li­ches Lehrfach been­det wer­den soll­te. Hierfür muss zunächst eine gesell­schaft­li­che Debatte zur Änderung der Verfassung ange­sto­ßen wer­den. Dazu müss­ten aber zunächst säku­la­re Gruppen in Politik, Medien und Entscheidungsgremien stär­ke­re Beachtung und Vertretung fin­den. Wir sind sodann für die Einführung eines durch­gän­gi­gen Pflichtfaches „Philosophie und Religionskunde“, dem zwei grund­le­gen­de Aufgaben zukom­men wür­den:

▼ Zum einen müss­te die­ses Fach die­je­ni­gen Werte nahe­brin­gen, die für unser Grundgesetz ein unstrit­ti­ger Basiskonsens sind. Denn unse­re Verfassung ist nur in einem wei­te­ren Sinne welt­an­schau­lich neu­tral, im enge­ren Sinne hat sie sehr wohl eine welt­an­schau­li­che Festlegung: die Unantastbarkeit der Menschenwürde, die Idee unver­äu­ßer­li­cher Menschenrechte, das Demokratiegebot sowie das Rechtsstaats- und Sozialstaatsprinzip. Diese Grundsätze sind über­wie­gend das Produkt säku­la­rer Philosophie und soll­ten daher auch in einem phi­lo­so­phie-basier­ten Unterricht ver­mit­telt wer­den.

▼ Das Fach „Philosophie und Religionskunde“ soll­te die welt­an­schau­li­che Bildung ver­mit­teln, die Schülern ein selbst­stän­di­ges Urteil über reli­giö­se und nicht-reli­giö­se Weltanschauungen ermög­licht. Schüler soll­ten alters­ge­recht über ver­schie­de­ne Religionen, qua­si­re­li­giö­se Ideologien und phi­lo­so­phi­sche Systeme auf­ge­klärt wer­den. Der Vergleich von Religionen und säku­la­ren Weltanschauungen muss geför­dert wer­den. Schüler soll­ten ler­nen, die­se nach dem Prinzip der kri­ti­schen Prüfung zu bewer­ten und in die Lage ver­setzt wer­den, sich ihre Weltanschauung selbst aus­zu­su­chen. Letztlich kann nichts die Toleranz und damit das fried­li­che Zusammenleben so sehr för­dern, wie die Demonstration der Verwundbarkeit jed­we­den reli­giö­sen und kul­tu­rel­len Überlegenheitsdünkels gegen­über kri­ti­schem Hinterfragen.

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