ZITATE

Erfreuen Sie sich an der klei­nen Sammlung von Zitaten, die wir für Sie zusam­men­ge­stellt haben. Oft gelingt es den Autoren, kom­pli­zier­te Zusammenhänge auf den Punkt zu bringen.

Karlheinz Deschner

Karlheinz Deschner

Karlheinz Deschner 

Abermals kräh­te der Hahn
Eine kri­ti­sche Kirchengeschichte

Btb Verlag

Nachwort 

Ein pro­tes­tan­ti­scher Pastorensohn, der durch die Bemühungen sei­ner Frau kon­ver­tier­te, die sich inzwi­schen von der katho­li­schen Kirche lös­te, wäh­rend er nicht noch ein­mal abfal­len möch­te, sag­te unlängst zu mir: „Man kann alles so und so betrach­ten“. Ja, das kann man. Man kann aber auch die Quellen lesen und man kann ver­glei­chen, die Argumente der einen mit den Argumenten der ande­ren Seite. 

Dazu for­de­re ich auf. 

Zunächst zum Studium der urchrist­li­chen Literatur, beson­ders der Bibel, deren Lektüre die Kirche, so sehr sie es auch heu­te bestrei­tet, nicht zufäl­lig dem Volk jahr­hun­der­te­lang ver­bo­ten hat, wäh­rend etwa ein Nietzsche von den Evangelien schrieb, man kön­ne sie nicht behut­sam genug lesen. 

Dann stu­die­re man die Sekundärliteratur, und zwar die Arbeiten sowohl der his­to­risch-kri­ti­schen, wie der katho­li­schen oder tra­di­ti­ons­freund­li­chen pro­tes­tan­ti­schen Theologen. Ich ani­mie­re also noch nicht ein­mal zum Studium der anti­christ­li­chen Wissenschaft. Es genügt für den Leser, der mei­ner Darstellung miss­traut, nur je ein, zwei Bücher von his­to­risch-kri­ti­schen christ­li­chen Theologen, etwa von Rudolf Bultmann, Martin Dibelius, Martin Werner, Carl Schneider, Hans Conzelmann oder Fritz Buri ein­zu­se­hen und sie zu ver­glei­chen mit sehr viel mehr Darstellungen kon­ser­va­ti­ver Theologen und Kirchengeschichtsschreiber. Ich emp­feh­le ganz beson­ders die Lektüre katho­li­scher Werke, vor­aus­ge­setzt eben, dass man sie wenigs­tens mit eini­gen Werken ihrer Gegner ver­gleicht. Niemals kann man sich bes­ser von der his­to­ri­schen Wahrheit über­zeu­gen als bei einer sol­chen Konfrontation. 

Meines Wissens ver­bie­tet kei­ne frei­re­li­giö­se oder athe­is­ti­sche Gemeinschaft ihren Mitgliedern das Lesen katho­li­scher oder pro­tes­tan­ti­scher Schriften. Warum aber die Verbote der katho­li­schen Kirche? Warum der „Index‘‘? Warum der Antimodernisteneid? Warum die kirch­li­che „Druckerlaubnis‘‘? Sind ihre Gläubigen und Theologen geis­tig weni­ger aut­ark als die Anhänger ihrer Feinde? Nein, die Geschichte, die Logik und das Ethos rich­ten sich zu ein­deu­tig gegen die Lehre und Praxis der Kirche, wes­halb sie die Aufklärung scheu­en und die Lektüre kri­ti­scher Werke ver­bie­ten muss, wäh­rend ihre Gegner es sich sogar leis­ten kön­nen, zum Studium des kirch­li­chen Schrifttums aufzufordern. 

Das ist ein Unterschied, den ich abschlie­ßend dem Nachdenken des Lesers empfehle.

Michael Schmidt-Salomon

Michael Schmidt-Salomon

Michael Schmidt-Salomon 

Manifest des evo­lu­tio­nä­ren Humanismus
Plädoyer für eine zeit­ge­mä­ße Leitkultur
Alibri Verlag

Der Sinn des Lebens
S. 24: In einem „an sich“ sinn­lo­sen Universum genießt der Mensch
das Privileg, den Sinn des Lebens aus sei­nem Leben selbst zu
schöpfen.

Die poli­ti­sche Utopie des evo­lu­tio­nä­ren Humanismus
S. 63: An [die] Stelle [der kriegs­trei­be­ri­schen reli­giö­sen Gettoisierung]
— so die poli­ti­sche Utopie des evo­lu­tio­nä­ren Humanismus -
soll­te eine bun­te, aber doch ein­heit­lich huma­ne Weltkultur treten,
eine Kultur, die von Offenheit geprägt ist — nicht von Offenbarung,
die den Menschen dient — nicht von Menschen geschaf­fe­nen Göttern
bzw. ihren jewei­li­gen irdi­schen Stellvertretern.

Keine Menschenrechte im Vatikan
S. 74: Je genau­er man hin­schaut, des­to kla­rer zeigt sich, dass
die zugrun­de lie­gen­den Menschen- und Weltbilder schlichtweg
inkom­pa­ti­bel sind. Deshalb ist es auch nur kon­se­quent, dass der
Vatikan bis heu­te die Europäische Menschenrechtskonvention
nicht rati­fi­ziert hat.

Aufklärung für Wahrheit und Humanität
S. 81: Wer wirk­lich im Sinne der Aufklärung für Wahrheit und Humanität
wir­ken möch­te, der kann und darf das offen­sicht­lich Inhumane
nicht tole­rie­ren — auch dann nicht, wenn es sich auf eine
Jahrhunderte alte „hei­li­ge“ Tradition stüt­zen kann.

Moral (gut/böse), Ethik (fair/unfair)
S. 102f: In der Moral geht es um die sub­jek­ti­ve Wertigkeit von
Menschen vor dem Hintergrund ver­meint­lich vor­ge­ge­be­ner metaphysischer
Beurteilungskriterien (gut und böse), in der Ethik hingegen
um die objek­ti­ve Angemessenheit von Handlungen anhand
inter­sub­jek­tiv fest­ge­leg­ter und immer wie­der neu festzulegender
Spielregeln (fair oder unfair).


Immunisiere dich nicht gegen Kritik!
S. 157: Ehrliche Kritik ist ein Geschenk, das du nicht abweisen
soll­test. Durch sol­che Kritik hast du nicht mehr zu ver­lie­ren als
dei­ne Irrtümer, von denen du dich bes­ser heu­te als mor­gen verabschiedest

Richard Dawkins

Richard Dawkins

Richard Dawkins 

Der Gotteswahn
Ullstein Verlag

Der Gott des Alten Testaments … 
S. 45: ist eifer­süch­tig und auch noch stolz dar­auf: ein klein­li­cher, unge­rech­ter, blut­rüns­ti­ger eth­ni­scher Überwachungsfanatiker; ein rach­süch­ti­ger, blut­rüns­ti­ger eth­ni­scher Säuberer: ein frau­en­feind­li­cher, homo­pho­ber, ras­sis­ti­scher, Kinder und Völker mor­den­der, ekli­ger, grö­ßen­wahn­sin­ni­ger, sado­ma­so­chis­ti­scher lau­nisch-bos­haf­ter Tyrann. 

Säkularismus, die Gründerväter und die Religion Nordamerikas 
S. 61: Ich bin mit den Dingen, die da sind, zufrie­den und aus­rei­chend beschäf­tigt, ohne mich zu quä­len oder mir Sorgen zu machen über jene, die es viel­leicht tat­säch­lich gibt, für die ich aber kei­ne Belege habe. (Jefferson) 

Die dar­wi­nis­ti­sche Zwangsläufigkeit 
S. 228: Dennet erin­nert uns dar­an, dass die gewöhn­li­che Erkältung unter allen Bevölkerungsgruppen der Menschen ähn­lich ver­brei­tet ist wie die Religion, und doch wer­den wir nicht ver­mu­ten, dass die Erkältung uns nützt. 

Gläubige glück­li­cher als Skeptiker? 
S. 231: Denn, wie George Bernhard Shaw es for­mu­lier­te, „die Tatsache, dass ein gläu­bi­ger Mensch glück­li­cher ist als ein Skeptiker, trägt zur Sache nicht mehr bei als die Tatsache, dass ein betrun­ke­ner Mensch glück­li­cher ist als ein nüchterner“. 

Religion, das sind vor allem Schuldgefühle 
S. 232:: Die ame­ri­ka­ni­sche Komikerin Cathy Ladman stell­te fest: „Alle Religionen sind gleich: vor allem Schuldgefühle mit unter­schied­li­chen Feiertagen“. 

Du sollst… 
S. 246: Das Kind kann nicht wis­sen, dass „Plansche nicht in einem Teich, der vol­ler Krokodile ist“ ein guter Ratschlag ist, wäh­rend „Du sollst bei Vollmond eine Ziege opfern, sonst bleibt der Regen aus“ im bes­ten Fall eine Vergeudung von Zeit und Ziegen darstellt. 

Vorhölle 
S. 496: Erst kürz­lich hat Papst Benedikt XVI mit dem übli­chen über­heb­li­chen Selbstbewusstsein die Vorhölle abge­schafft. Heißt das, dass alle Babys, die seit Jahrhunderten der­art geschmort haben, nun plötz­lich in den Himmel flie­gen? Oder blei­ben sie dort, und nur die neu Hinzugekommenen ent­ge­hen der Vorhölle? Oder hat­ten frü­he­re Päpste trotz ihrer Unfehlbarkeit unrecht? Solcherart sind die Dinge, die wir »respek­tie­ren« sollen.sind die Dinge, die wir »respek­tie­ren« sollen.sind die Dinge, die wir »respek­tie­ren« sol­len. Solcherart sind die Dinge, die wir »respek­tie­ren« sollen. 

Franz Buggle

Franz Buggle

Franz Buggle 

Denn sie wis­sen nicht, was sie glauben
Oder war­um man red­li­cher­wei­se nicht mehr Christ sein kann

Alibri Verlag

Der bibli­sche Gott befiehlt aus­drück­lich den Genozid, d. h. die mit­leid­lo­se Hinschlachtung von Kindern, Frauen, Greisen, Männern 
S. 66f: „Doch der Herr, dein Gott, wird die­se Völker dir nur nach und nach aus dem Weg räu­men. Du kannst sie nicht rasch aus­mer­zen, weil sonst die wil­den Tiere über­hand­neh­men und dir scha­den“ (Dtn. 7; 22). Ist das men­schen­ver­ach­ten­de Kalkül einer sol­chen Aussage noch zu steigern? 

Frohe Botschaft“? 
S. 140–148: Die Offenbarung des Johannes, neu­tes­ta­ment­li­cher Gipfelpunkt der in der biblisch­christ­li­chen Religion ent­hal­te­nen sadis­tisch-inhu­ma­nen Aspekte. (…) Schon zu Beginn die­ser Schrift wird das offen­bar in ers­ter Linie Ängste erwe­cken­de Kommen Christi ange­spro­chen: „Siehe, er kommt mit den Wolken …; und alle Völker der Erde wer­den sei­net­we­gen jam­mern und kla­gen“ (Offb 1; 17), eine eigen­ar­ti­ge Auffassung eines Erlösers und einer „fro­hen Botschaft“. 

[Der Kernsatz des gan­zen Buches] 
S. 258: Ein Gott, wie ihn das Christentum ver­kün­det, der gleich­zei­tig all­mäch­tig und unend­lich gütig und lie­be­voll sein soll, also der christ­li­che Gott, kann ange­sichts des über­wäl­ti­gen­den Gegenarguments der his­to­ri­schen und auch natur­ge­schicht­li­chen Realität nicht existieren. 

Sinn der Hinrichtung 
S. 264: „von Jesu defi­ni­ti­ver Passion, sei­nem Leiden und Sterben her, könn­te die Passion eines jeden Menschen, die Menschheitspassion über­haupt einen Sinn erhal­ten…“ (…) Man fragt sich als „ober­fläch­lich-auf­ge­klärt“ den­ken­der Mensch, dem es an ech­ter deut­scher und christ­li­cher „Tiefe“ man­gelt, war­um durch die extrem grau­sa­me Hinrichtung eines Menschen, des eige­nen Sohnes Gottes, alles ande­re mensch­li­che Leid einen Sinn erhalte. 

Gott als Projektion archai­scher Menschen 
S. 276: Bleibt der bibli­sche Gott, wie es im Kapitel 1 ein­ge­hend belegt wur­de, so klar hin­ter den heu­te all­ge­mein geteil­ten ethi­schen Standards zurück, so wird die These sehr plau­si­bel, dass es sich bei die­sem Gott nicht um die behaup­te­te rea­le höchs­te sitt­li­che Instanz han­deln dürf­te, son­dern dass Menschen einer noch weni­ger ent­wi­ckel­ten, archai­schen psy­chi­schen bzw. ethi­schen Verfassung ihre eige­nen psy­chi­schen Strukturen in die­ses Gottesbild pro­ji­ziert haben. 

Ibn Warraq, Taslima Nasrin

Ibn Warraq, Taslima Nasrin

Ibn Warraq, Taslima Nasrin 

Warum ich kein Muslim bin 
MSB Matthes&Seitz Verlag

Islamischer Fundamentalismus 
Der Ausdruck „isla­mi­scher Fundamentalismus“ ist an und für sich unan­ge­bracht, denn es gibt einen rie­si­gen Unterschied zwi­schen Christentum und Islam. Die meis­ten Christen sind von einer wört­li­chen Bibelinterpretation abge­kom­men. Aufgrund des­sen kön­nen wir bei Christen ganz legi­tim zwi­schen Fundamentalisten und Nicht-Fundamentalisten unter­schei­den. Die Muslime sind jedoch von der wort­wört­li­chen Koraninterpretation über­haupt noch nicht abge­rückt. Khomeinis Handlungen spie­geln die Lehren des Islams unmit­tel­bar wider, wie sie im Koran vor­kom­men, in den Handlungen und Aussprüchen des Propheten oder im dar­aus abge­lei­te­ten Recht. 

Der Koran ist ein mensch­li­ches Produkt 
Im Gegenteil, es sind Mohammed oder Muslime, die zu Gott spre­chen. Oder es könn­ten Engel sein, die spre­chen aber nicht mit Gott. Das haben auch schon vie­le mus­li­mi­sche Gelehrte vor Jahrhunderten fest­ge­stellt. Abgesehen davon — und das sagen auch Gläubige, wim­melt der Koran nur so von Missverständnissen, geschicht­li­chen Fehlern, geo­gra­phi­schen Ungereimtheiten und unzäh­li­gen Grammatikfehlern. Für mich steht fest, der Koran ist ein mensch­li­ches Produkt. 

Nein, der Islam ist kei­ne Religion des Friedens. 
Sie müs­sen sich nur den Koran anschau­en. Ein Skeptiker hat ihn ein­mal unter­sucht. Es hat sich gezeigt, dass es über 560 Passagen mit Gewalt und Grausamkeit gibt und nur unge­fähr 60 Passagen, die Toleranz pre­di­gen. Das gan­ze Buch ist über­sät mit Drohungen des Höllenfeuers. Der Islam ist tota­li­tär, es gibt strik­te Vorschriften, wie man sich waschen soll, mit wel­cher Hand man essen soll, wie man Liebe machen soll. Die Religion will alles kon­trol­lie­ren, ist tota­li­tär. Sie will vor­schrei­ben, was man lesen und den­ken soll und was nicht. 

Krieg der Interpretationen 
Eine Religion, die den Anschluss an die Moderne zwar sucht und braucht, aber die demo­kra­ti­sche Gesellschaft ideo­lo­gisch und reli­gi­ös nicht wirk­lich akzep­tiert. Der Islam kennt kei­ne Trennung von Staat und Religion. Freier Wille und Eigenverantwortung ste­hen gegen die kol­lek­ti­ve Vorbestimmung Allahs. Der radi­ka­le Islam nimmt Säkularisierungstendenzen und eine Modernisierung als Existenzbedrohung wahr. 

Hubert Schleichert

Hubert Schleichert

Hubert Schleichert 

Wie man mit Fundamentalisten dis­ku­tiert, ohne den
Verstand zu verlieren

C.H.Beck Verlag

Der sub­ver­si­ve Gebrauch der Vernunft 
S. 112: Der Aufklärer ist logisch ande­rer­seits kei­nes­wegs hilf­lo­ser als sein Gegner. Die Schuld an den Schwierigkeiten des Angreifers fällt ja auf sei­nen Gegner zurück. Es macht das Wesen und die angeb­li­che Verdienstlichkeit des Glaubens aus, dass er nicht auf Argumenten beruht; was ohne Argumente geglaubt wird, kann auch nie­mand mit Argumenten schlüs­sig wider­le­gen. Aber man kann es erschüt­tern, unter­mi­nie­ren, unter­gra­ben. Das ist der sub­ver­si­ve Gebrauch der Vernunft, von dem im fol­gen­den die Rede ist. 

Subversives Argumentieren 
S. 114: nicht das nichts bewei­sen­de Predigen einer Gegen-ideo­lo­gie bil­den die wirk­sa­men Waffen der Aufklärung, son­dern das Vorbringen von unan­greif­ba­ren, weil wah­ren, Sätzen über die atta­ckier­te Ideologie. […] Die sub­ver­si­ve Argumentation hat nicht die Form einer exter­nen Kritik der Art „Was du glaubst, ist falsch“; sie lau­tet: Ich zei­ge dir, an was du eigent­lich glaubst. 

Den Gegner ernst nehmen 
S. 118: Den Gegner ernst neh­men, heißt vor allem, sei­ne into­le­ran­tes­ten, bös­ar­tigs­ten, extrems­ten Sentenzen und Programme ernst neh­men und nie­mals zu sagen, dass es „schon nicht so schlimm kom­men wird“. Es hat sich sehr gerächt, dass man sei­ner­zeit Hitlers „Mein Kampf“ nicht genau genug gele­sen hat. 

Das Limonaden-Syndrom 
S. 119: Die heim­li­che Entleerung der Dogmatik ist ein Charakteristikum von Religionen und Ideologien, die sich lan­ge in der Welt behaup­ten konnten. 

Apologie der Vernunft 
S. 175f: Für den Aufklärer heißt „Vernunft“ in ers­ter Linie dies: Niemand soll, im Namen wel­cher Religion, Ideologie oder Ideale auch immer, bedrängt, geängs­tigt, ver­höhnt, mate­ri­ell beein­träch­tigt, sei­ner Freiheit beraubt, gefol­tert oder ermor­det wer­den. […] Die abend­län­di­sche, kri­ti­sche Vernunft ist kein völ­lig zufäl­li­ges Vorurteil. Wer im Namen irgend­ei­ner Ideologie gequält oder ver­brannt wer­den soll, der wird die auf­klä­re­ri­sche euro­päi­sche Vernunft allen Alternativen vor­zie­hen. Man mag das eine Frage des Geschmacks nen­nen. Aber es ist ein guter Geschmack. 

Christoph Bördlein

Christoph Bördlein

Christoph Bördlein 

Das socken­fres­sen­de Monster in der Waschmaschine
Alibri Verlag

Jeder kann sich mal irren 
S 9: Haben Sie schon ein­mal etwas geglaubt, von dem sich nach­her her­aus­stell­te, dass es falsch war? Sicher haben Sie schon ein­mal etwas geglaubt, von dem Sie nun wis­sen, dass es nicht stimmt. Das kann etwas ganz Banales sein (dass Kalkutta am Ganges liegt), etwas sehr abs­trak­tes (dass alle mathe­ma­ti­schen Probleme lös­bar sind), etwas was Sie in Ihrer Kindheit geglaubt haben (dass es den Osterhasen gibt) und vie­les mehr. 

Kritik an der Wissenschaft 
S. 11: Was unter­schei­det nun aber all jene Methoden, die wir wis­sen­schaft­lich nen­nen — „die Wissenschaft“ — zu ande­ren Methoden der Gewinnung von Erkenntnissen? All die Methoden, die wir wis­sen­schaft­lich nen­nen, beinhal­ten die Prüfung von Vermutungen. 

S. 38: Verzichte ich auf die Unterscheidung zwi­schen wahr und falsch und auf den Versuch, die­se Unterscheidung objek­tiv tref­fen zu kön­nen, so ver­zich­te ich auf die Möglichkeit, die Behauptungen ande­rer zu prü­fen. Irrationalismus befreit nicht, er macht ohnmächtig. 

Falsch zäh­len 
S. 87f: Menschen bege­hen dabei den Fehler, dass sie nur einen Teil der Realität beach­ten. Nehmen wir ein­mal das Beispiel mit dem Telefon, das immer läu­tet, wenn Sie gera­de duschen. Als Anhänger der „Telefonterror-Hypothese“ zäh­len Sie nur die Fälle, in denen Sie unter der Dusche ste­hen und das Telefon läu­tet. Jedesmal, wenn die­ser Fall ein­tritt, machen Sie intern ein Strichchen auf Ihrer Liste „Bestätigungen dafür, daß die Leute immer anru­fen, wenn ich gera­de dusche“ und die­se Liste wird im Lauf der Zeit immer län­ger. Die gesam­te Wirklichkeit besteht aber nicht nur aus den Fällen, in denen Sie duschen und in denen das Telefon läu­tet. Wie Sie sicher zuge­ben wer­den, bleibt das Telefon auch manch­mal stumm und die meis­te Zeit duschen Sie auch gar nicht. 

An sich bin ich ja skeptisch, 
S. 89: aber die­se homöo­pa­thi­schen Tropfen haben mir schon oft gehol­fen.« Dieser Satz beschreibt eine Erfahrung, aber er sagt nichts über die „Wirksamkeit“ von Homöopathika aus. Er beschreibt ledig­lich einen sub­jek­ti­ven Zustand, der eben­so „wahr“ oder „falsch“ ist, wie „Ich mag Tomaten“ oder „Ich lie­be Händel- Opern“. 

Bill Bryson

Bill Bryson

Bill Bryson 

Eine kur­ze Geschichte von fast allem
Goldmann Verlag

Einleitung 
S. 11: Willkommen und herz­li­chen Glückwunsch. Es freut mich, dass Sie es geschafft haben. Es war nicht ein­fach, soweit zu kom­men, ich weiß. Ich ver­mu­te sogar, es war noch viel schwie­ri­ger, als Ihnen klar ist. Damit Sie da sein kön­nen, muss­ten sich zunächst ein­mal ein paar Billionen unse­rer Atome auf raf­fi­nier­te, ver­blüf­fend freund­schaft­li­che Weise zusam­men­fin­den und Sie erschaf­fen. Es ist eine hoch spe­zia­li­sier­te, ganz beson­de­re Anordnung — sie wur­de noch nie zuvor aus­pro­biert und exis­tiert nur die­ses eine Mal. Während der nächs­ten vie­len Jahre (das hof­fen wir jeden­falls) wer­den die­se win­zi­gen Teilchen klag­los an den Milliarden kom­ple­xer, gemein­schaft­li­cher Anstrengungen mit­wir­ken, die not­wen­dig sind, damit Sie unver­sehrt blei­ben und jenen höchst ange­neh­men, all­ge­mein aber unter­schätz­ten Zustand erle­ben kön­nen, den man Dasein nennt. 

Tschüss zusam­men 
S. 425: Diesen Gedanken, dass das Leben ein­fach nur da ist, über­sieht man nur all­zu leicht. Als Menschen nei­gen wir zu der Vorstellung, jedes Leben müs­se einen Sinn haben. Wir haben Pläne, Bestrebungen und Sehnsüchte. Wir wol­len die betäu­ben­de Existenz, mit der wir aus­ge­stat­tet sind, stän­dig zu unse­rem Vorteil nut­zen. Aber was bedeu­tet Leben für eine Flechte? Und den­noch ist ihr Impuls, zu exis­tie­ren, zu sein, genau­so stark wie unse­rer — man kann sogar behaup­ten: noch stär­ker. Würde mir jemand sagen, dass ich vie­le Jahre als pel­zi­ges Gewächs auf einem Stein im Wald zubrin­gen soll, ich glau­be, ich wür­de den Willen zum Weiterleben ver­lie­ren. Flechten ver­lie­ren ihn nicht. 

Die Welt ist groß 
S. 468: Auf den ers­ten Blick mag uns die Tatsache, dass wir nicht alles bis ins Letzte ver­fol­gen kön­nen, frus­trie­rend, ent­mu­ti­gend oder sogar wider­wär­tig erschei­nen, aber man kann dar­in eben­so gut auch etwas fast uner­träg­lich Spannendes sehen. Wir leben auf einem Planeten mit dem mehr oder weni­ger unend­li­chen Potenzial, uns immer wie­der zu über­ra­schen. Welcher ver­nünf­ti­ge Mensch könn­te sich etwas Schöneres vorstellen? 

Eiszeit 
S. 532: Alexander von Humboldt (…) sag­te (…) es gäbe bei wis­sen­schaft­li­chen Entdeckungen drei Stadien: Erst leug­nen die ande­ren, dass es stimmt; dann leug­nen sie, das es wich­tig ist; und schließ­lich schrei­ben sie das Verdienst dem Falschen zu. 

Mitmachen

Mitmachen

Aktionen

Erfahren Sie mehr durch unsere Newsletter

Hier können Sie sich eintragen

UA-86470936-1